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Geschrieben von: Reinhold Schneider
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Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:43 Uhr |
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In alten Akten geblättert
Immer wieder stößt man auf interessantes Schriftgut dessen Inhalt noch nicht bekannt war. So gibt die Gemeinderechnung 1681/82, die im Gemeindearchiv Haßloch verwahrt wird, preis, dass damals, nachdem der reformierte Pfarrer Franziskus M. Bernhardi von Iggelheim nach Dexherim im Rheinhessischen wechselte und die Pfarrstelle einige Zeit unbesetzt war, dieses Amt der Pfarrer aus Meckenheim im Nebenamt führte. Es wird nämlich in der Rechnung unter „Außgaab Habern“ erwähnt, als die Gemeinde 7 Simmern Hafer als Futter für sein Pferd verbuchte, mit dem er von Meckenheim nach Iggelheim geritten war.
Auch unter dem Titel „Zehrung“ wird er mehrmals genannt, weil er nach abendlichen Predigten in Iggelheim übernachtete und diese Kosten von der Gemeinde getragen wurden. Der Pfarrer hieß Johann Wilhelm Pfaff versah sein Amt in Meckenheim von 1678 bis 1708. |
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Geschrieben von: Reinhold Schneider
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Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:39 Uhr |
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In alten Akten geblättert: Vom Schreiner zum Lehrer
Ein aufschlussreicher Eintrag befindet sich in der Gemeinderechnung 1694. Darin gibt die Gemeinde einen Gulden für „Zehrung“ aus (das wird wohl eher für Getränke gewesen sein!)als Schultheiß, Bürgermeister, Hanß Wendel Lützel, Philipp Reinhard Reichard, Georg Bapst und Christoph Lützel
Hergets Name erscheint in dieser Rechnung noch zwei mal, nämlich unterm 17. xbris (Dezember) 1694, da man ihm 1 Malter 4 Simmern Welschkorn als Besoldung lieferte. Er bekam auch kein Geld für seine „unterschiedlichen Arbeiten am Schulhauß sowie für Nägel, so er darzu geben, wie auch für das Hürtenhauß gemacht“. Dafür zahlte die Gemeinde dem „Schreiner“ Lorentz Herget 3 ½ Simmern Welschkorn. 1694 besaß die Gemeinde kein Geld mehr, weil die Franzosen für ihr Winterquartier und für Fourage ihre Kontributionen eintrieben.
Herget besaß damals ein Haus in der Langgasse (heute Haus-Nr. 44/46) |
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Iggelheimer Gemeinderechnung aus dem Jahre 1618 |
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Geschrieben von: Reinhold Schneider
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Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:31 Uhr |
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Die Iggelheimer Gemeinderechnung aus dem Jahre 1618, bei Ausbruch des 30-jährigen Krieges
Im Jahre 1618 genügten gerade 23 Seiten um die Gemeinderechnung 1617/18 ausreichend zu präsentieren. Der ehrsame Hannß Bechtoldt Zickgrannfft und Hanß Drößler der Junge, beide als Dorfmeister erwählt, hatten diese Aufgabe übernommen.
Iggelheim zählte damals etwa 350 Einwohner. Als Schultheiß amtierte Ludwig Straub.
Ein Rechnungsjahr begann am Martini (11. November) und endete zum selben Zeitpunkt ein Jahr später. Die Dorfmeister waren den heutigen Kassenverwaltern (Einnehmer) gleichzustellen.
Eingangs erwähnt, dass der Gulden zu 20 alter Schillingpfennigen gerechnet wird. Sie ist übrigens die älteste Gemeinderechnung, die über einen Gemeindehaushalt Iggelheims aus jener Zeit Auskunft geben kann.
Obwohl es das erste Jahr des Dreißigjährigen Krieges war, sagen die Eintragungen noch nichts über diese schwere Zeit aus. Es fielen lediglich die Ausgaben von zwei Gulden an, die der Barche(n)t* kostete, den die Soldaten „zu verschießen“ erhielten. Um welche Soldaten es sich handelte und welchen Grund es zum Schießen gab, kann leider nicht mehr nachvollzogen werden, da es sich bei dieser Gemeinderechnung um ein Rechnungsdoppel handelt, dem die entsprechenden Belege fehlen. Alle anderen Buchungen waren die üblichen Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde Iggelheim in jener Zeit. So betrugen die Gesamteinnahmen 103 Gulden und 2 Schillinge und die Gesamtausgaben 85 Gulden 13 Schillinge und 10 Pfennig. Den Überschuss übernahmen die nächsten Dorfmeister, die jährlich wechselten.
In der Regel wurde eine Gemeinderechnung im folgenden Jahr „abgehört“ (geprüft) und bestätigt. An dieser Rechnung fällt jedoch auf, dass dies erst am 2. September 1626 durch die beiden Faute J.Stephan Andrae (Pfalzfaut) und Eberhard Wolfgang Heimberger (leiningischer Faut) geschah, was mit den damaligen unruhigen Kriegszeiten zusammenhängen konnte. |
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Geschrieben von: Reinhold Schneider
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Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:38 Uhr |
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Familienforschung
Die Forschung nach den Ahnen ist ein interessantes, aber weites Feld. Von Vorteil kann es sein, wenn die Vorfahren sesshaft waren. Dann findet man alle erforderlichen Daten an einem Ort. Meist weiß man aus Überlieferungen und wenigen Urkunden nur, was die letzten zwei oder drei zurückliegenden Generationen betrifft - und das oft unvollständig.
Die Kirchenbücher von Böhl und Iggelheim reichen teilweise bis 1602 zurück.
In vielen Familienbüchern, die bei verschiedenen Ämter lagern, sind Herkunft und Beruf vermerkt. Dabei stellt sich oft heraus, dass sich die Berufe in der Familie „weitervererbten“.
Wer weiß schon, dass sein Ur-Ur- oder noch mal Ur-Großvater einmal Leinenweber oder Schultheiß war?
Wer weiß schon, welcher Vorfahr 1666 an der Pest starb?
Die Hausbesitzer in den Jahren 1716 und 1802 sind aus Verzeichnissen bekannt.
Wer weiß schon welcher Vorfahr unter Napoleon diente
Wer weiß, dass sein Vorfahr 1866 unter der Fahne Bayerns auf der Seite Österreichs gegen Preußen kämpfte oder am Krieg 1870/71 teilgenommen hat?
Vieles können Sie in den Ortschroniken nachlesen.
Für alteingesessene Familien bietet der Heimat- und Museumsverein Böhl-Iggelheim über vierzig fertige Familien-Stammbäume an. Mitglieder können den ihren gegen einen geringen Unkostenbeitrag erhalten. Auch für weitere Auskünfte gehen Ihnen gerne fachkundige Mitglieder zur Hand. |
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Geschrieben von: Reinhold Schneider
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Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:26 Uhr |
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In alten Akten geblättert: Ein Vogelleben
Die Überschrift, die der damalige reformierte Pfarrer Karl Otto August Thelemann in Iggelheim zu diesem historischen Roman gewählt hatte, irritiert. Glaubt doch der Leser, es handele sich um eine Tiergeschichte. Mitnichten – Thelemann schrieb unter dem Titel „Erzählungen aus der Pfalz“ vier Geschichten, darunter auch diese Familiengeschichte aus Böhl.
Er erzählt darin die Lebensgeschichte des Valtin Vogel, der in Billigheim geboren, sich später als Handlanger verdingte, nach dem Tod der Eltern auf Wanderschaft ging, in Böhl bei dem Steinmetzen Bummel sesshaft wurde, eine Familie gründete und von der Hand in den Mund lebte.
Als Vogel 1857 mit 76 Jahren starb, erinnerte sich Thelemann, der den erkrankten Böhler Pfarrer Heinrich Theodor Chelius bei der Beerdigung vertreten musste, an das schicksalhafte Leben des Verstorbenen. Thelemann war in den Jahren 1851/52 Pfarrer in Billigheim.
Die Broschüre „Ein Vogelleben“ (15 Seiten) kann beim Heimat- und Museumsverein Böhl-Iggelheim zum Preis von 1 Euro erworben werden. |
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